c-tv Konferenz 2026 – Wie KI, Streaming und Effizienzdruck die Medienproduktion verändern

Branchenexpert*innen, Produzent*innen und Kreative diskutierten bei der c-tv Konferenz Zukunftsperspektiven der Film-, TV- und Content-Produktion

(c) c-tv Konferenz, Emma Hauer

Künstliche Intelligenz verändert Workflows, Streaming fragmentiert Märkte und steigender Kostendruck fordert neue Finanzierungsmodelle: Diese Entwicklungen standen im Mittelpunkt der von Studierenden organisierten c-tv Konferenz 2026 an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten. Die Konferenz konnte vor Ort am Campus St. Pölten und online auf DerStandard.at/etat verfolgt werden. Auf ORFIII wird die Konferenz am 25.06. um 08:00 Uhr ausgestrahlt.

Zwischen technologischer Innovation und wirtschaftlicher Realität

Die Konferenz des Bachelor-Studiengangs Medientechnik zeigte, dass technologische Innovation und wirtschaftlicher Wandel die Medienbranche gleichermaßen prägen. „KI in der Bewegtbildproduktion verändert Workflows, verschiebt Job-Profile und lässt neue Erzählformen entstehen. Streaming und Effizienzdruck verlangen neue Wege der Finanzierung“, betont Rosa von Suess, Leiterin des Creative-Content-Channel c-tv und des Bachelor-Studiengangs Medientechnik an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten.

In zwei Themenblöcken widmete sich die Konferenz den aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Medienproduktion. Während Lottie Webb (Particle6 AI Production Studios), Irdin Nino Begic (Soda Zitron Media), Georg Tiller (Subabscura Films) und Rainer Maly (Visual Effects – 3D – 2D – AI) im ersten Teil die Rolle künstlicher Intelligenz im medientechnischen Alltag anhand konkreter Anwendungsbeispiele beleuchteten, stand im zweiten Teil der Wandel der Produktionsbedingungen im Fokus. Die Vertreter*innen aus Film-, TV- und Dokumentarproduktion Iva Hauk (Big Blue Marble), Marco Gilles (freier Produzent, u.a. eitelsonnenschein), Bernhard Natschläger (ORF) und Susanne Lummer (Terra Mater Studios) diskutierten, wie steigende Kosten, kürzere Produktionszeiträume und neue Marktanforderungen die Branche verändern und welche Strategien, Technologien und Finanzierungsmodelle dabei helfen können, qualitativ hochwertige Inhalte weiterhin wirtschaftlich zu produzieren.

(c) c-tv Konferenz, Emma Hauer

Künstliche Intelligenz erweitert kreative Spielräume

Für die Expert*innen eröffnet KI neue Möglichkeiten in Entwicklung, Recherche und Produktion. Prompting gilt dabei zunehmend als neue Kernkompetenz in der Medienproduktion. Am Beispiel der KI-generierten virtuellen Schauspielerin Tilly Norwood zeigte Lottie Webb, Creative AI Producer bei Particle6 AI Production Studios, auf, welches Potenzial KI-Charaktere bieten: „Als KI-Schauspielerin können wir Tilly in verschiedene Szenen und Handlungsstränge integrieren, um zu zeigen, auf welchem Stand die aktuelle Technologie ist. […] Menschliche Beteiligung ist entscheidend. Und wir arbeiten auch mit Hollywood-Regisseur*innen, Kostümbildner*innen und sogar Komponist*innen zusammen – alle nutzen Tilly als Muse, während sie ihre Fähigkeiten und ihr Handwerk anpassen, um mit KI zu arbeiten“, sagte Lottie Webb, die remote aus Großbritannien zugeschaltet war.

Erfahrene Artists weiterhin gefragt

Es wurde deutlich, dass KI kreative Prozesse zwar unterstützt, hochwertige visuelle Effekte, komplexe Produktionen und überzeugendes Storytelling jedoch weiterhin erfahrene Expert*innen erfordern. Kreativität, journalistische Sorgfalt und glaubwürdige Inhalte seien nicht automatisierbar, so der Tenor der Diskussion.
Authentizität bleibt entscheidend Besonders im Dokumentar- und Naturfilmbereich wurden Transparenz und nachvollziehbare Produktionsprozesse als zentrale Voraussetzungen genannt, um Vertrauen beim Publikum zu erhalten. Susanne Lummer, Biologin, Wissenschaftsjournalistin und Head of Specialist Factual bei Terra Mater Studios, verwies auf die „Sehnsucht nach dem Echten“ hinter der wachsenden Flut an Fakes und KI-generierten Inhalten. Als Reaktion darauf führte Terra Mater Studios ein Authentizitätssiegel für Produktionen ohne KI-generierte Naturaufnahmen ein, welches die Herkunft der gezeigten Bilder für das Publikum nachvollziehbar machen soll.

Neue Wege der Finanzierung

Darüber hinaus geraten klassische Förder- und Finanzierungsmodelle unter Druck. An die Stelle weniger großer Geldgeber treten zunehmend zahlreiche kleinere Finanzierungs- und Verwertungstöpfe, die kombiniert werden müssen. Dadurch entstehen zwar neue Chancen für innovative Formate und Nischenangebote, gleichzeitig wächst jedoch der wirtschaftliche Druck auf Produzent*innen.

Studierende gestalten c-tv Konferenz

Die c-tv Konferenz wurde von Studierenden im vierten Semester des Studiengangs Medientechnik organisiert und durchgeführt. „Bei der c-tv Konferenz arbeiten Studierende unter realitätsnahen Produktionsbedingungen an einem Live-Show-Format und Cross-Media-Inhalten auf hohem Niveau. Dass die Ergebnisse direkt mit Expert*innen aus der Branche geteilt werden, sorgt für Sichtbarkeit, Wertschätzung und hilfreiches Feedback“, sagt Tanja Ploner, Junior Digital Producer beim Ausbildungsfernsehen c-tv der USTP, die das Studierendenteam begleitet hat.
Die Studierenden des Wahlpflichtfaches Virtual Production kreierten für die Einspieler der diesjährigen c-tv Konferenz ein spezielles, eigens entwickeltes Bühnenbild mit virtueller Kulisse und echten selbstgebauten Requisiten. „In einer Zeit, in der KI-generierte Inhalte immer realistischer und makellos werden, ist es uns wichtig, die Bedeutung von menschlichem Handwerk hervorzuheben. Denn nicht nur ein perfektes Endresultat ist erstrebenswert – auch der kreative Prozess, Individualität sowie Menschlichkeit bereichern Projekte auf besondere Weise“, sagt Miriam Heidegger stellvertretend für das Studierendenteam.

(c) c-tv Konferenz, Emma Hauer

Eine Pitching Session von Studierenden ermöglichte zudem einen frühen Einblick in neue Format- und Projektideen der nächsten Generation von Medienschaffenden – und damit in kommende Trends, Produktionsansätze und mögliche Entwicklungen im Markt. Die Jury bildeten Caroline Klinger (Leitung Programmentwicklung, ProSiebenSat.1 PULS 4), Marco Gilles (Freier Produzent), Bernhard Natschläger (ORF, Redakteur Fernsehfilm), René Rodlauer (Regisseur).

Auszeichnung für Lehrveranstaltungskonzept

Das Lehrveranstaltungskonzept der c-tv Konferenz wurde mit dem 2. Platz beim Award of Excellence der von der USTP koordinierten European University Allianz E³UDRES² ausgezeichnet und erstmals auch für Studierende und Mitarbeitende der Allianz geöffnet. Die Auszeichnung unterstreicht den praxisorientierten Ansatz der c-tv Konferenz.

Full House beim open.day 2026

Am Freitag hieß es beim open.day an der USTP: Full House!

Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, in unserem Postpro-Studio spannende Einblicke in vergangene Projekte zu gewinnen und verschiedene Kameras kennenzulernen.

(c) Helene Sorger

Neben erste Berührungspunkte mit Programmen wie Blender, After Effects und Maya zur Animation konnten die Besucher:innen auch Color Grading mit DaVinci inklusive Panel sowie Videoschnitt in Premiere und Avid anhand realer Studio-Projekte erleben. Zusätzlich wurde die vergangene c-tv Konferenz gestreamt.

Auch praktisch wurde einiges geboten: Interessierte konnten Fokus an der FX9 ziehen oder selbst die FX6 schultern und Interviews aufnehmen. Mit den Astera Tubes und dem ARRI SkyPanel ließ sich zudem kreativ mit Licht experimentieren.

Wir freuen uns darauf, viele von euch bald als Studierende bei uns begrüßen zu dürfen!

Festivalerfolge für Medientechnik-Projekte

Beim Filmfestival Next Generation Filmmakers in Graz konnten gleich zwei studentische Produktionen große Erfolge feiern: Die Kurzfilme „Last Call“ und „Joy“ wurden im Filmzentrum des Rechbauerkino vor vollem Saal präsentiert und begeisterten Publikum wie Veranstalter gleichermaßen.

© Helene Sorger

Beide Filme entstanden im Studiengang Medientechnik an der University of Applied Sciences St. Pölten. „Last Call“ wurde im dritten Semester im Rahmen des Wahlpflichtmoduls Film & TV produziert – und markierte für das Kernteam die erste Zusammenarbeit in dieser Konstellation. Produzent Konstantin Pott beschreibt vor allem das Zeitmanagement an den Drehtagen als Herausforderung: Fehlende gemeinsame Erfahrung habe anfangs zu ineffizienten Abläufen geführt, gleichzeitig aber einen intensiven Lernprozess angestoßen. Umso größer ist nun die Freude über den Erfolg.

Tatsächlich wurde „Last Call“ gleich doppelt ausgezeichnet: für die beste Kamera sowie für die beste Performance. Die Preise nahmen Konstantin Pott und Manuel Teufel stellvertretend für das Team entgegen.

© Helene Sorger

Auch „Joy“, ein Projekt aus dem FilmLab 2025, erhielt viel Zuspruch. Besonders die Darbietungen der Comedians Christoph Fritz und Günther Lainer wurden hervorgehoben.

Das Festival, organisiert von Studierenden, bietet jungen Kreativen eine wichtige Plattform, um ihre Low-Budget-Projekte erstmals auf großer Leinwand zu präsentieren – ganz nach dem Motto: von und für Newcomer*innen der österreichischen Filmszene.

Die beiden Produktionen werden demnächst auf c-tv veröffentlicht.

Salzburg stellt Filmförderung auf neue Beine

Das Land Salzburg richtet seine Filmförderung neu aus und setzt verstärkt auf wirtschaftliche Impulse sowie moderne Produktionsformen. In diesem Zuge wurde ein neuer, dreiköpfiger Filmbeirat bestellt, der die Förderstrategie künftig begleiten soll.

Das Gremium vereint Expertise aus Medientechnik, Filmwirtschaft und Medienrecht. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Filmschaffende zu verbessern und Salzburg als attraktive Produktionslocation zu stärken. Dem Beirat gehören Thomas Wallentin, Rosa von Suess und Roland Teichmann an. Sie sollen die wirtschaftlich orientierte Filmförderung beraten und Impulse für innovative Entwicklungen setzen.

Studiengangsleiterin und Head von c-tv Rosa von Suess bringt umfassende Erfahrung aus Praxis und Lehre ein. Ihre Expertise wird insbesondere bei der Verbindung von Ausbildung, Technologie und Filmproduktion eine wichtige Rolle spielen.

Mit der Neubesetzung unterstreicht das Land Salzburg seinen Anspruch, die Filmbranche gezielt zu fördern und neue kreative sowie wirtschaftliche Potenziale zu erschließen.

https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/salzburg-stellt-filmfoerderung-auf-neue-beine-art-624269

 

Auszeichnung der c-tv Konferenz beim European University Award of Excellence for Innovative Teaching

Beim E³UDRES² European University Award of Excellence for Innovative Teaching Methods an der USTP konnte die c-tv Konferenz einen herausragenden Erfolg erzielen und wurde mit dem 2. Platz ausgezeichnet. Präsentiert wurde das Projekt von Felix Blasinger und Tanja Ploner.

(c) Eva Nikolopoulou

Die Auszeichnung würdigt die hohe Qualität und Innovationskraft des Lehrprojekts und hebt zugleich das große Engagement aller Beteiligten hervor.Die c-tv Konferenz – ein von Studierenden gestaltetes, live produziertes Medienevent – wurde 2009 von Rosa von Suess initiiert und wird seit der ersten Ausgabe von ihr geleitet.

Wir begrüßen ein neues Teammitglied bei c-tv

Florian ist Filmemacher, Cinematic und Lighting Artist für 3D und Games und arbeitet an der Schnittstelle von Film, Echtzeit-Technologien und interaktiven Medien. Als Alumni in Medientechnik und mehreren Jahren Erfahrung in Film- und Game-Projekten beschäftigt er sich insbesondere mit der Verbindung von klassischem Storytelling und neuen Produktionsmethoden wie Virtual Production, Unreal Engine und KI.

Neben seiner praktischen Arbeit ist Florian auch in der Lehre tätig und vermittelt Inhalte in den Bereichen Lichtgestaltung, Unreal Engine und Regie. Dabei legt er großen Wert darauf, technische Kompetenzen mit gestalterischem Denken zu verbinden und Studierende praxisnah auf aktuelle Entwicklungen in der Medienproduktion vorzubereiten.

Als Junior Producer interessiert sich Florian vor allem für die Organisation und Begleitung von Projekten um hierbei Raum für kreative und innovative Ansätze zu schaffen.

Wir begrüßen ein neues Teammitglied bei c-tv

Unser c-tv Team wächst: Seit letzem Monat verstärkt Tanja Ploner mit ihrer vielseitigen Erfahrung den Creative Content Channel c-tv, das Ausbildungsfernsehen der USTP.

Schon früh entdeckte Tanja Ploner ihre Leidenschaft für Film und Medien. Als sie im Alter von acht Jahren das umfangreiche Behind-the-Scenes-Material von The Lord of the Rings sah, wusste sie sofort: Das ist es, was sie später beruflich machen möchte.

Diesen Traum verfolgte sie konsequent – zunächst mit einer Ausbildung im Bereich Mediendesign, gefolgt von einem Studium der Medientechnologie und Digitalen Medienproduktion an der USTP. Seit ihrem Abschluss arbeitet sie an unterschiedlichsten Projekten und bringt ihre Kreativität vor allem in den Bereichen Art Department, Kamera, Drehbuch und Produktion ein. Neben ihrer freiberuflichen Tätigkeit gibt sie ihr Wissen auch in der Lehre im Studiengang Medientechnik weiter und ist regelmäßig an Theaterproduktionen bei den Bregenzer Festspielen beteiligt.

Als Alumni der USTP unterstützt sie heute Studierende bei der Umsetzung ihrer Projekte. Darüber hinaus betreut sie den c-tv Instagram-Account, auf dem studentische Arbeiten präsentiert, Behind-the-Scenes-Einblicke geteilt und kreative Prozesse sichtbar gemacht werden. Gleichzeitig fungiert der Kanal als Plattform zur Vernetzung mit der Medienbranche und bietet Studierenden wertvolle Einblicke sowie Kontaktmöglichkeiten in die Praxis.

Als Producerin der c-tv Konferenz ist sie außerdem zentral in die Konzeption, Planung und Umsetzung eingebunden. Sie koordiniert Inhalte, organisiert Abläufe und arbeitet eng mit Studierenden, Lehrende sowie Branchenpartner*innen zusammen, um eine inspirierende Plattform für Austausch und Präsentation zu schaffen.

Mit derselben Begeisterung, die sie schon als Kind angetrieben hat, trägt sie auch heute dazu bei, Geschichten zum Leben zu erwecken.